Neues aus dem Schulausschuss (OGS - Situation)

OGS stößt an ihre Kapazitätsgrenzen

Zum ersten Mal müssen Kinder wegen Personal- und Raumnot abgelehnt werden. Lösung noch nicht in

Sicht.

Die Situation an der Offenen Ganztagsschule (OGS) in Inden spitzt sich weiter zu. Für das
kommende Schuljahr müssen fünf Kinder mit Blick auf auf eine pädagogisch vertretbare Betreuung
abgelehnt werden, Zuzüge erschweren die Bedingungen. Das berichtete Schulleiter Jens Neumann in der
Sitzung des Schulausschusses am vergangenen Mittwoch.
„Unsere Probleme sind nicht gelöst. Was die Planung der OGS jetzt an Kapazitäten gefressen hat, habe ich
so vorher noch nie erlebt“, sagte er. Das gehe über die Grenzen hinaus. Mit der Koordination von 68
Kindern in der Ganztagsbetreuung (59 in der Übermittagsbetreuung) am Standort Inden/Altdorf und 36
Kindern (19) in Lucherberg habe man eine Menge zu tun. Zu beachten seien unter anderem die
Geschwisterkonstellationen sowie der eigentliche Schulort der Kinder. „Schüler, die in Inden zur Schule
gehen, hoch nach Lucherberg zur OGS zu schicken, ist sehr unglücklich“, betonte Neumann.

„Einfach nicht zumutbar“

Seine Stellvertreterin, Silke Mauermann-Weigelt, wurde noch deutlicher: „Die Kinder sind fünf oder sechs
Jahre alt, wenn man die nach einem anstrengenden Schultag um halb zwölf in den Bus setzt und in eine
neue Umgebung bringt, ist das einfach nicht zumutbar.“ Sie halte diese Variante deshalb für die
schlechteste Lösung. „Bei manchen Eltern geht es um die Existenz, wenn sie abgelehnt werden.“

Jens Neumann, Schulleiter

Eine bessere konnten aber auch die Mitglieder des Schulausschusses auf Anhieb nicht finden. Hella
Rehfisch (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte das Punktesystem, nach dem die OGS Kinder im Zweifel
ablehnt. Neumann hatte berichtet, dass zusätzlich zu den fünf Kindern, die auf Grundlage dieses Systems
abgelehnt werden mussten, zwei Kinder zugezogen sind, die einen dringlichen Bedarf haben. Dazu müsse
er theoretisch zwei Kinder auslosen, die laut System am wenigsten Bedarf haben, und diese wieder
rausschmeißen. „Bei manchen Eltern geht es um die Existenz, wenn sie abgelehnt werden“, betonte Neumann. Dass die
Situation sich so zuspitzt, sei in den vergangenen Jahren nicht unbedingt absehbar gewesen. Vor einiger
Zeit habe man noch um OGS-Kinder geworben, mittlerweile seien die Zahlen explodiert. Es fehle jetzt an
Personal und auch an passenden Räumlichkeiten.
Rudi Görke (SPD) wollte wissen, ob es sich nur um ein vorübergehendes Problem handele oder dieses
nun eher dauerhaft bestehe. Neumann geht davon aus, dass sich die Zahlen mindestens auf dem Stand
halten. Wenn sich für das Schuljahr 2021/22 noch mehr Kinder neu anmelden, müsse man eventuell sogar
mit einer zusätzlichen Eingangsklasse rechnen.
„In diesem Bereich besteht dringender Handlungsbedarf“, stellte auch UDB-Mann Heinz Bellen fest. Als
mögliche Lösungen nannte Schulleiter Neumann einen anderen Standort der Betreuung oder eine
Bestandsabfrage der Familien. „Unsere Wunschlösung wäre, die Betreuung komplett auf den Driesch
auszulagern“, betonte er. Als mögliche Alternative schlug Hella Rehfisch vor, bei den Eltern zumindest
auf die schwierige Situation hinzuweisen und so vielleicht einige dazu zu bewegen, ältere Kinder aus der
OGS-Betreuung herauszunehmen, wenn sie nicht unbedingt erforderlich ist.

Eine Lösung konnte am Mittwoch noch nicht gefunden werden. Das Thema wurde im nichtöffentlichen
Teil der Sitzung weiter behandelt und steht auch auf der Tagesordnung der kommenden Ratssitzung
(Mittwoch, 24. Juni, 18 Uhr).

Alternative Online-Angebote

Schulleiter Jens Neumann berichtete im Ausschuss außerdem über die vergangenen Monate, die sich
aufgrund des Coronavirus als sehr herausfordernd dargestellt haben. Unter anderem zeigte sich das bei
kurzfristigen Online-Angebote, bei denen vor allem der Datenschutz eine wichtige Rolle spielte.
Allerdings sei ein positiver Aspekt gewesen, dass die Digitalisierung so nun schneller vorangetrieben
wurde. Als Beispiel nannte Neumann die „Anton“-App, die speziell auf Grundschüler zugeschnitten ist.
Auf Nachfrage teilte er auch mit, dass 99 Prozent der Schülerschaft mit den digitalen Angeboten erreicht
werden konnten. Dazu habe der Schulleiter von einigen Familien ausrangierte, aber noch gut
funktionierende Geräte bekommen, die er dann mit den entsprechenden Apps eingerichtet und bei den
Familien vorbeigebracht hat, die noch ohne Zugang waren. Für diejenigen, die keine stabile
Internetverbindung zu Hause haben, ist ein Corona-Internetcafé eingerichtet worden, in dem die Kinder
stundenweise in der Aula arbeiten konnten.

Elternabend und Besuchstag

Weggefallen sind aufgrund der Corona-Krise auch Elternabend und Besuchstag für die Kinder, die ab dem
kommenden Schuljahr die Grundschule besuchen werden. Für diese haben Neumann und sein Team
alternativ eine digitale Pinnwand eingerichtet, auf der Videos zu den Schulstandorten und ein
Willkommenssong zu finden sind.

Quelle: AZ/AN

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